Qin Dynastie

Die Qin Dynastie

Die Große Mauer und die Vereinigung Chinas

Während der Qin Dynastie (221 - 207 v. Chr.) wurden die Verteidigungswälle der einzelnen Staaten zusammengefügt, repariert und ausgebaut zur Großen Mauer Chinas. Die Mauer ist das wohl größte Symbol der Besonderheit der Qin Dynastie. Unter der Qin Dynastie wurden zum ersten mal die einzelnen Fürstentümer vereinigt.
Als Qin Shi Huangdi geboren wurde, gab es in China sieben Fürstentümer, die verfeindet waren und sich immer wieder bekriegten. Diese Länder hießen Qi, Chu, Yan, Han, Zhao, Wei und Qin.
Der Vater von Qin Shi Huangdi wurde als Geisel in das Nachbarreich Zhao geschickt. Zi Chu hatte kein sehr gutes Leben in Zhao. Dann lernte er den reichen Kauffmann, Lü Buwei, kennen. Dieser erkannte, dass Zi Chu es weit bringen könnte, also half er ihm, aus Zhao zu fliehen und ging mit ihm nach Qin. In Qin angekommen schenkte er Zi Chu seine Lieblingskonkubine. Diese Frau schenkte Zi Chu schon bald einen Sohn, Ying Zheng. Mit der Hilfe von Lü Buwei gelang es Zi Chu schon bald den Thron des Qin-Reiches zu erobern.

259 v. Chr. wurde Qin Shi Huangdi unter dem Namen Ying Zheng geboren. Er war der erste Sohn, den sein Vater bekam und somit der Thronerbe. Der Vater starb 246 und Ying Zheng wurde mit 13 Jahren König von Qin. Da er aber noch zu jung war, führten zwei Kanzler die Regierungsgeschäfte. Mit 22 Jahren wurde Qin Shi Huangdi dann zum König gekrönt. Er fand sehr bald heraus, dass die beiden Kanzler hinter seinem Rücken gegen ihn Pläne schmiedeten. Er ließ den einen sofort verhaften und der andere wurde getötet. Er war ein sehr fortschrittlicher König, denn er wollte nicht alle Entscheidungen alleine treffen, sondern setzte ein Beratergremium ein, dass ihm bei Entscheidungen helfen sollte. Das Land hatte in den vergangenen Jahren sehr unter den Kriegen gelitten. Da die meisten Männer als Soldaten kämpften, wurden viele Felder nicht bestellt und es gab nicht genug zu Essen. Ying Zheng befahl, dass die Feldbestellung das wichtigste Ziel war. Dadurch hatten die Mensche genug zu essen und konnten so mit mehr Kräften gegen die anderen Staaten kämpfen.

Ying Zhengs Soldaten waren sehr schnell und viel wendiger als die Soldaten der anderen Staaten. Das lag unter anderem daran, dass das Qin-Reich an der Grenze zu den „Barbaren“ lag und das Land musste sich oft gegen die schnellen Reiter aus dem Westen verteidigen. Durch seine kluge Politik und durch die kämpferischen Vorteile, gelang es Ying Zheng sehr schnell die anderen Staaten zu besiegen. Zwischen 230 – 221 v. Chr. gelang ihm der Sieg über die anderen „sechs streitenden Reiche“.

Nachdem Ying Zheng alle anderen Länder besiegt hatte, gab es zu ersten mal

EIN CHINA.

Um das besser regieren zu können, und um sein Volk ruhig zu halten, erließ er eine Reihe von neuen Gesetzen und Reformen. Er teilte das Land in einzelne Provinzen auf, die von Beamten geleitet wurden, die ihm direkt unterstanden. Er vereinheitlichte die Schrift, die Gewichte, die Währungen und die Wege. Nachdem er alle diese Reformen durchgeführt hatte, errichtete er seine Hauptstadt in der Nähe des heutigen Xi’an. Seine Berater wies er an, einen geeigneten Titel für ihn zu finden. Doch seine Generäle und Beamten konnten sich nicht einigen, also bestimmte er den Titel selbst. Er wählte Huang (König), eine Bezeichnung für drei mythische Könige. Diese hatten unter anderem die Wasser gebändigt. An das Huang hängte er das andere Wort für König Di. Damit wollte er ausdrücken, dass seine Leistung größer war als die der mythischen Könige. Er nannte sich also Shi Huangdi, was zusammengesetzt erster König aller Könige bedeutet. Der Titel Huangdi wurde dann später auch von allen anderen Kaisern übernommen.

Um seine Macht zu stärken und um andere an einem Sturz seiner Dynastie zu hindern, ließ er die Waffen einschmelzen und einflussreiche Familien wurden nach Xi’an umgesiedelt, so hatte er sie besser im Blickfeld hatte. Viele Menschen waren gegen seine Politik, da sie hohe Steuern bezahlen und für den Kaiser arbeiten mussten. Ganz besonders Schriftsteller und Konfuzianer stellten sich gegen den neuen Kaiser. Dessen Minister befahl daraufhin eine große Bücherverbrennung und viele Intellektuelle wurden hinrichtet.

Nachdem im Reich wieder Ruhe eingekehrt war, griffen jedoch wieder die Xiongnu (ein Barbarenstamm aus dem Westen) das Qin-Reich an. Qin Shi Huangdi schickte 300.000 Soldaten und verpflichtete viele Bauern zur Arbeit an der Mauer. Dadurch wurden die einzelnen Mauern, die früher von den Fürsten gebaut worden waren, zu einer einzigen langen Mauer verbunden. Bei dem Bau der Großen Mauer starben viele tausend Menschen und das Volk musste wieder Hunger leiden, da die Männer entweder als Soldaten kämpften oder zum Bau an der Mauer verpflichtet waren. Daraufhin brach der erste Aufstand gegen die Herrschaft von Qin Shi Huangdi aus. Durch sehr strenge Gesetze und hohe Strafen wurde der Aufstand niedergeschlagen.

209 v. Chr. trafen sich einige Offiziere im Nordosten Chinas. Sie planten den Sturz der Qin-Dynastie. Sie selbst waren nicht so erfolgreich, aber ihr Nachfolger Liu Bang schlug die Armee des Kaisers und wurde somit der erste Herrscher der Han-Dynastie.

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