Qin Dynastie 2

Qin Shi Huangdi

Ein Kaiser voller Geheimnisse

So mächtig und stark der erste Kaiser auch war und wie vernichtend er alle Armeen der anderen Länder geschlagen hatte, so groß war auch seine Angst vor dem Tod. Er wollte unsterblich sein, trotzdem ließ er zur Sicherheit gleich nach seiner Thronbesteigung sein Grab bauen. Eine solche Grabanlage hatte es nie zu vor in China gegeben. Seine Grabanlage sollte die Welt wiederspiegeln und seine Stärke demonstrieren. Auch im möglichen Tod wollte Qin Shi Huangdi unsterblich sein.

Seine Grabanlage gehört heute zu den größten archäologischen Funden in China. Mehr als 750 000 Männer mussten an dem Mausoleum arbeiten. Eine tiefe Grube wurde mit Kupfer ausgefüllt und das Grab wurde wie ein Palast gebaut mit Kerzen und der Boden war wie eine Karte mit Flüssen aus Blei und Bergen aus Gold. Man brachte verdeckte Schießscharten an, die vor Grabräubern schützen sollten. Die Pfeile wurden automatisch abgeschossen. Alle Konkubinen, die dem Kaiser kein Kind geboren hatten, wurden mit ihm begraben, ebenso wie die Architekten und die Erbauer der Alarmanlagen. Um das Grab herum wurden Tonarmeen aufgestellt und eingegraben. Insgesamt gibt es an die 6000 lebensgroßen Soldaten, Kampfwagen und Pferdegespanne. Die Soldaten wurden erst 1976 durch Zufall entdeckt, doch auch nach 2000 Jahren waren die Schwerter immer noch scharf. Das eigentliche Grab wurde bis heute jedoch noch nicht geöffnet.

Obwohl der Kaiser diese riesige Grabanlage bauen ließ, so hoffte er doch die „Perle der Unsterblichkeit“ zu finden. Er beschäftigte viele Magier und Zauberer, die ihm versprachen das gewünschte Elixier zu brauen, doch natürlich fanden sie nichts. Also überlegte der Kaiser sich etwas anderes. In China gab es die Sage, das auf den Inseln der Unsterblichkeit, die im Meer vor China liegen, ein Pfirsichbaum wächst. Diese Pfirsiche machen einen Menschen unsterblich, wenn er auch nur einen Bissen davon genommen hat. Allerdings kann nicht jeder zu diesen Inseln gelangen, nur unschuldige junge Männer und Frauen. Der Kaiser ließ Schiffe bauen und überall im Land sammelte er junge Männer und Frauen. Diese schickte er mit den Schiffen zu den Inseln der Unsterblichkeit. Allerdings kam nie ein Schiff zurück. Auch eine zweite Expedition kam nie nach China zurück.

Der Kaiser, den immer mehr die Angst plagte, versteckte sich in seinem Palast und seine Diener durften niemanden verraten, wo er sich aufhielt. Nur seine Magier und Zauberer durften ihn noch besuchen. Leider konnte der Kaiser konnte sich nicht die ganze Zeit verstecken, denn immer wieder versuchten Leute sein Reich zu zerstören. Deshalb reiste er viel durch das Land, damit das Volk das Gefühl hatte, das Kaiser wäre überall.

Auf einer dieser Reisen wurde der Kaiser von seinem Sohn begleitet. Dieser nutzte die Nähe zu seinem Vater aus und brachte ihn um. Dann ließ er das Testament fälschen und der eigentliche Thronfolger wurde umgebracht. Dieser Sohn regierte aber nur noch vier Jahre, dann wurde die Qin-Dynastie zerstört und es begann die Zeit der Han-Dynastie.

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